Sonntag, 18. Oktober 2026
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Gericht in London: Drei Iraner wegen Spionage gegen Journalisten von Iran International angeklagt

Ein britischer Staatsanwalt sagte vor einem Londoner Gericht, drei iranische Männer hätten für den Geheimdienst der Islamischen Republik Journalisten von Iran International ausgespäht, damit diese angegriffen werden.

Gericht in London: Drei Iraner wegen Spionage gegen Journalisten von Iran International angeklagt
Archivfoto; Foto: N Chadwick, Lizenz CC BY-SA 2.0, Wikimedia Commons

Vor dem Woolwich Crown Court in London hat der Prozess gegen drei iranische Männer begonnen, die der Spionage für den Geheimdienst der Islamischen Republik und der Ausspähung von Journalisten von Iran International beschuldigt werden. Laut Reuters sagte der Staatsanwalt am Dienstag, dem 6. Oktober 2026, vor den Geschworenen, die drei hätten kritische, in Großbritannien lebende Journalisten ausspioniert, um den Weg für Angriffe auf sie als Vergeltung für ihre Kritik an der Islamischen Republik zu ebnen.

Angeklagt sind Mostafa Sepahvand, 41, Farhad Javadi Manesh, 46, und Shapoor Qalehali Khani Noori, 57. Alle drei weisen zwei Anklagepunkte nach dem britischen Gesetz über nationale Sicherheit zurück. Sie sind die ersten iranischen Staatsbürger, die auf Grundlage dieses 2023 verabschiedeten Gesetzes angeklagt wurden.

Die Anklagepunkte vor dem Gericht in Woolwich

Laut Staatsanwalt recherchierten die Angeklagten zu mindestens zwei Journalisten von Iran International, suchten mit ihnen verbundene Adressen auf und machten Fotos und Videos, um einen Angriff vorzubereiten, den Mostafa Sepahvand ausführen sollte. Bill Emlyn Jones, der Staatsanwalt in dem Verfahren, sagte den Geschworenen, die Ausschaltung kritischer und oppositioneller Stimmen sei faktisch zu einer festen Politik der Islamischen Republik geworden.

Laut Anklageschrift dauerten diese Aktivitäten vom 14. August 2024 bis zum 16. Februar 2025. Neben der Unterstützung eines ausländischen Geheimdienstes wird Sepahvand Ausspähung und Recherche mit der Absicht vorgeworfen, schwere Gewalttaten zu begehen; den beiden anderen Angeklagten wird Ausspähung mit dem Ziel vorgeworfen, dass andere schwere Gewalttaten begehen.

Die Verteidigung der Angeklagten

Laut Reuters sagen Javadi Manesh und Noori, sie hätten nicht gewusst, dass ihre Tätigkeit dem Geheimdienst der Islamischen Republik diente. Sepahvand hat eingeräumt, davon gewusst zu haben, sagt aber, er habe unter Druck und Drohungen gehandelt. Iran International hatte zuvor berichtet, dass alle drei Angeklagten die Vorwürfe bei einer Voranhörung im September 2025 zurückgewiesen hatten und sich in Haft befinden.

Der Eingang des Woolwich Crown Court im Südosten Londons. Archivfoto; Foto: N Chadwick, Lizenz CC BY-SA 2.0, Wikimedia Commons
Der Eingang des Woolwich Crown Court im Südosten Londons. Archivfoto; Foto: N Chadwick, Lizenz CC BY-SA 2.0, Wikimedia Commons

Hintergrund der Bedrohung von Journalisten von Iran International

Der Prozess reiht sich in andere Verfahren zu Aktivitäten der Islamischen Republik in Europa ein, darunter die Anklage gegen zwei iranische Staatsbürger wegen der Ausspähung einer Synagoge in Manchester für einen Anschlag und der Bericht des deutschen Verfassungsschutzes über verdeckte Einkäufe für das Raketenprogramm. Im Juni 2026 wurden zudem zwei Rumänen schuldig gesprochen, im März 2024 in London Pouria Zeraati, einen Moderator von Iran International, niedergestochen zu haben. Laut dem Komitee zum Schutz von Journalisten sagte der Richter bei der Urteilsverkündung, die Beweise deuteten stark darauf hin, dass dieser Angriff im Auftrag des iranischen Staates verübt worden sei.

Laut dem britischen Staatsanwalt fotografierten und filmten die drei Angeklagten die Adressen von Journalisten von Iran International, um einen Angriff auf sie vorzubereiten.

Quellen

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