Ali Asghar Soltani, Generalstaatsanwalt und Revolutionsstaatsanwalt von Ghom, gab am Sonntag, 25. Oktober 2026, bekannt, dass das bewegliche und unbewegliche Vermögen von Sadegh Saedinia, dem Leiter der Café-Kette Saedinia, und insbesondere seine Kryptowährung beschlagnahmt und weitere Schritte zur Einziehung seines Vermögens eingeleitet worden seien. Saedinia gehört zu den Unternehmern, die sich während des Dey-Aufstands auf die Seite der Demonstranten stellten; seitdem ist er in Haft.
Die Maßnahme vollstreckt ein Urteil, das der Oberste Gerichtshof am 3. September 2026 bestätigt hat: 12 Jahre, sechs Monate und ein Tag Haft, Einziehung des gesamten beweglichen und unbeweglichen Vermögens zugunsten des Staates sowie zwei Jahre Berufsverbot im Café-Gewerbe nach der Haft. Zuvor hatte bereits die Justiz in Nowschahr die Beschlagnahme seines Vermögens in dieser Stadt und die Versiegelung eines seiner Cafés bekanntgegeben.
Die Vorwürfe: eine Instagram-Story und geschlossene Cafés
Sadegh Saedinia, Sohn von Mohammad Saedinia, dem Gründer des Süßwaren- und Sohan-Unternehmens Saedinia in Ghom, wurde festgenommen, nachdem er eine Instagram-Story veröffentlicht und die Schließung seines Unternehmens am 8. und 9. Januar 2026 angekündigt hatte. Alle Filialen der Café-Marke wurden auf richterliche Anordnung versiegelt, und auch sein Vater wurde im Zusammenhang mit demselben Fall festgenommen.
Das Revolutionsgericht von Ghom verhandelte seinen Fall am 17. Mai 2026. Die Justiz der Islamischen Republik warf ihm „propagandistische oder mediale Tätigkeit gegen die Sicherheit des Landes“, „Propaganda gegen das System“ und „operative Handlungen“ zugunsten von Gruppen vor, die die Justiz als „feindlich“ einstuft. Die Anklage beschuldigte ihn, Streikaufrufe unterstützt, die Cafés geschlossen und Angestellte zur Teilnahme an den Protesten ermutigt zu haben, und nannte ihn einen „Anstifter“ der Proteste in Ghom und der Schäden jener Tage.
Vor Gericht wies Saedinia alle Vorwürfe zurück und sagte, die Schließung der Cafés sei keine Handlung gegen die Führung gewesen. Unabhängige Belege für einen direkten Zusammenhang zwischen seinem Handeln und den Schäden in Ghom wurden nie veröffentlicht, ebenso wenig der vollständige Urteilstext.
Enteignung als neues Instrument der Unterdrückung
Der Fall Saedinia steht für ein Muster, das die Islamische Republik seit dem Dey-Aufstand anwendet: lange Haftstrafen gekoppelt mit vollständiger Enteignung, damit jeder Händler und Unternehmer, der an Solidarität mit dem Volk denkt, weiß, dass der Preis die Vernichtung seiner gesamten wirtschaftlichen Existenz ist. Derselbe Ansatz zeigt sich bei der Sicherheitsprüfung von Vollmachten von Iranern im Ausland, die Gegner des Regimes der Drohung einer Vermögenseinziehung aussetzt.
Nach der Versiegelung der Geschäfte nannte sein Vater die Schließung in einem Brief einen „Fehler“ und entschuldigte sich beim Führer der Islamischen Republik – ein Brief, den viele Nutzer als erzwungenes Geständnis werteten. Dennoch hörte der Druck auf die Familie nicht auf, und nun wird die Einziehung des Vermögens des Sohnes vollstreckt.
Mit der vollständigen Enteignung von Sadegh Saedinia hat die Islamische Republik die Unterstützung eines Unternehmers für den Dey-Aufstand zu einem Fall gemacht, der alle Händler einschüchtern soll.

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