Mostafa Sepahvand, einer der drei Angeklagten im Verfahren um das Sammeln von Informationen für einen Angriff auf Journalisten von Iran International, sagte am Mittwoch, dem 21. Oktober 2026, in der zehnten Sitzung des Prozesses vor dem Woolwich Crown Court in London, er sei am 15. Februar 2025 zusammen mit einem anderen Angeklagten zur Botschaft der Islamischen Republik in London gegangen und habe dort einen Mann namens „Navid Emami“ getroffen, den Sepahvand als Mitarbeiter der Revolutionsgarde (IRGC) bezeichnete.
Nach Sepahvands Worten sagte er Navid bei diesem Treffen, die ihm überlassenen Adressen der Journalisten seien falsch, er werde die Sache aber weiterverfolgen. Die Adressen habe ihm dieselbe Person gegeben. Zuvor waren vor Gericht Nachrichten verlesen worden, die zeigten, dass eine Nummer in Sepahvands Telefon unter einem Namen gespeichert war, der Navid mit der Botschaft in Verbindung brachte.
Geld, Adressen von Journalisten und ein staatliches Budget
Auf Fragen seines Anwalts sagte Sepahvand, nachdem die Adresse von Mojtaba Pourmohsen, einem Journalisten von Iran International, aufgetaucht sei, seien 30.000 Pfund an eine Wechselstube in Finchley in London geschickt worden; er habe das Geld jedoch nicht abgeholt. Er sagte, er habe anfangs 150.000 Pfund verlangt, und ein Mann, den er „Haji“ nennt, habe für den Auftrag über ein staatliches Budget verfügt.
Er räumte ein, Farhad Javadi-Manesh, einen weiteren Angeklagten, gebeten zu haben, das Auto von Kambiz Hosseini, einem Moderator von Iran International, zu filmen und dessen Haus zu beobachten. Sepahvand sagte, seine Drohungen und Ankündigungen eines Angriffs hätten nur dazu gedient, die Revolutionsgarde zu überzeugen, und er habe nie die Absicht gehabt, jemandem zu schaden; der Staatsanwalt hatte diese Darstellung bereits als völlig erfunden bezeichnet.
Die Anklage und die Verteidigung der Angeklagten
Mostafa Sepahvand, Farhad Javadi-Manesh und Shapour Ghalehalikhani Nouri stehen nach dem britischen National Security Act vor Gericht und haben alle Vorwürfe bestritten. Die Anklage wirft ihnen vor, von August 2024 bis März 2025 für den Geheimdienstapparat der Islamischen Republik Informationen gesammelt zu haben, um schwere Gewalt gegen Ziele, darunter Pourmohsen und Hosseini, vorzubereiten. Nach Darstellung der Anklage war Sepahvands Motiv das Versprechen von Geld und Hilfe bei der Erledigung seines Strafverfahrens in Iran. Die beiden anderen Angeklagten räumen ein, die Adressen aufgesucht und Fotos gemacht zu haben, sagen aber, sie hätten nicht gewusst, dass dies mit dem Geheimdienstapparat der Islamischen Republik zusammenhing.
In einer früheren Sitzung hatte Sepahvand zudem gesagt, ein Mann, der sich als Offizier der Revolutionsgarde ausgab, habe ihm mit dem Tod gedroht. Der Fall ist Teil eines umfassenderen Musters transnationaler Repression der Islamischen Republik gegen Journalisten und Oppositionelle auf britischem Boden.
Der Hauptangeklagte im Fall der Spionage gegen Journalisten von Iran International nannte die Botschaft der Islamischen Republik in London als Ort seines Treffens mit einem Mitarbeiter der Revolutionsgarde.

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