Zwei in Großbritannien lebende iranische Staatsbürger sind am Samstag, dem 3. Oktober, wegen „Vorbereitung terroristischer Handlungen“ vor Gericht erschienen. Der Ankläger in dem Fall sagt, die beiden hätten die Synagoge in Heaton Park und das Jüdische Museum Manchester für einen Anschlag mit einer selbst gebauten Chlorbombe ausgespäht. Es ist dieselbe Synagoge, die vor einem Jahr Ziel eines tödlichen Anschlags war.
Laut der Nachrichtenagentur Associated Press handelt es sich bei den beiden Angeklagten um den 36-jährigen Salam Ahmadian aus Liverpool und den 34-jährigen Rahman Salehi aus Salford. Ankläger Mark Lockett sagte vor Gericht, eine dritte Person, die sich vermutlich im Iran aufhält, habe die Pläne koordiniert und ihnen eine Anleitung zum Bau einer Chlorbombe zur Verfügung gestellt. Nach seinen Worten waren die beiden bei einer „feindlichen Erkundung“ in einem jüdischen Viertel Manchesters beobachtet worden.
Festnahme an Jom Kippur
Laut der Times of Israel wurden die beiden Männer am 20. September, zu Beginn von Jom Kippur, festgenommen und am Freitag, dem 2. Oktober, offiziell angeklagt. Die Anklage erklärt zudem, sie hätten die für den Bau der Bombe nötigen Materialien beschafft. Der Richter ordnete an, dass die Angeklagten bis zum nächsten Termin vor dem Zentralen Strafgerichtshof in London, bekannt als Old Bailey, am 23. Oktober in Haft bleiben.
Vicky Evans, leitende nationale Koordinatorin der britischen Anti-Terror-Polizei, sagte, die Polizei betrachte das Komplott als unabhängig von anderen Fällen; eine fortbestehende Gefahr für die Öffentlichkeit gebe es nicht. Die britische Innenministerin Shabana Mahmood sagte, die beiden seien vor einigen Jahren mit einem kleinen Boot von Europa aus nach Großbritannien gekommen. Einer von ihnen habe Asyl erhalten, der Asylantrag des anderen sei noch in Bearbeitung gewesen. Sie fügte hinzu, Großbritannien sehe sich einer Reihe ernster Bedrohungen durch die Islamische Republik gegenüber.

Laut Anklage hatte eine Person, die sich vermutlich im Iran aufhält, den beiden Angeklagten die Anleitung zum Bau einer Chlorbombe gegeben.
Ein Jahr nach dem Anschlag auf dieselbe Synagoge
Die Synagoge in Heaton Park war am 2. Oktober 2025 während des Gottesdienstes zu Jom Kippur angegriffen worden. Der Angreifer, ein britischer Staatsbürger syrischer Herkunft, rammte mit seinem Auto das Tor der Synagoge und erstach einen der Betenden. Die Polizei erschoss ihn; ein weiterer Betender kam durch einen versehentlichen Schuss der Polizei ums Leben.
Die britische Polizei erklärte, die Sorge sei während der jüdischen Feiertage und zum Jahrestag jenes Anschlags größer gewesen. In den von DIAR ausgewerteten Berichten findet sich keine Reaktion der Islamischen Republik auf den Fall.

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