Montag, 19. Oktober 2026
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HRANA-Jahresbericht: mindestens 2.003 Hinrichtungen im Iran in einem Jahr – ein Anstieg um 29 Prozent

HRANA hat am Freitag, dem 9. Oktober, mindestens 2.003 Hinrichtungen im Iran innerhalb eines Jahres gemeldet; UN-Experten forderten einen sofortigen Stopp der Hinrichtungen.

HRANA-Jahresbericht: mindestens 2.003 Hinrichtungen im Iran in einem Jahr – ein Anstieg um 29 Prozent
Archivbild; Foto: Ehsan Iran, Lizenz CC BY-SA 2.0, Wikimedia Commons

Die Nachrichtenagentur der Menschenrechtsaktivisten im Iran (HRANA) hat am Freitag, dem 9. Oktober 2026, am Vorabend des Welttags gegen die Todesstrafe, ihren Jahresbericht veröffentlicht. Dem Bericht zufolge hat die Islamische Republik zwischen dem 10. Oktober 2025 und dem 8. Oktober 2026 mindestens 2.003 Menschen hingerichtet – ein Anstieg um 29 Prozent gegenüber den 1.553 Hinrichtungen im vorherigen Zeitraum und der höchste Wert in den zehn Berichtszeiträumen der Organisation.

Zugleich bezeichnete eine Gruppe unabhängiger Menschenrechtsexperten der Vereinten Nationen in einer Erklärung den Iran gemessen an der Einwohnerzahl als das Land mit den meisten Hinrichtungen weltweit und forderte einen sofortigen Stopp der Vollstreckung von Todesurteilen. Laut Iran International und Radio Farda erklärten die Experten, die Islamische Republik setze die Todesstrafe ein, um die Stimmen von Oppositionellen zum Schweigen zu bringen.

Einzelheiten des HRANA-Berichts über die Hinrichtungen

Nach Angaben von HRANA beruhen die Zahlen auf 1.857 erfassten Meldungen; rund 95 Prozent der Hinrichtungen wurden nicht von offiziellen Quellen bekanntgegeben – das heißt, nur etwa fünf Prozent der Hinrichtungen hat der Staat selbst öffentlich gemacht. 57,56 Prozent der Hinrichtungen erfolgten wegen Mordes und 36,25 Prozent wegen Drogendelikten. Unter den Hingerichteten sind 47 Frauen und vier Personen, die zum Zeitpunkt der ihnen vorgeworfenen Tat unter 18 Jahre alt waren. Neun Hinrichtungen wurden öffentlich vollstreckt, sechs weitere Personen wurden ebenfalls zur öffentlichen Hinrichtung verurteilt.

HRANA erfasste 69 politische und sicherheitsbezogene Hinrichtungen, von denen 35 mit dem Aufstand von Dezember 2025 bis Januar 2026 zusammenhängen; 29 Menschen wurden wegen „Moharebeh“ hingerichtet. Die Organisation dokumentierte zudem 369 „erzwungene Geständnisse“ im Zusammenhang mit den Protesten von Dezember und Januar, die nach ihren Angaben unter Folter erpresst wurden – unter anderem im Fall von Amirhossein Hatami, der mit 18 Jahren hingerichtet wurde. Laut dem Bericht wurden seit Anfang 2026 1.075 Menschen hingerichtet, 334 davon allein im Januar.

Das Evin-Gefängnis in Teheran; Archivbild. Foto: Ehsan Iran, Lizenz CC BY-SA 2.0, Wikimedia Commons
Das Evin-Gefängnis in Teheran; Archivbild. Foto: Ehsan Iran, Lizenz CC BY-SA 2.0, Wikimedia Commons

Die Islamische Republik hat in einem Jahr mindestens 2.003 Menschen hingerichtet und 95 Prozent dieser Hinrichtungen nie bekanntgegeben.

Reaktion der UN-Experten

In ihrer Erklärung sagten die UN-Experten, in den Fällen der im Dezember 2025 und Januar 2026 Festgenommenen seien Folter, Verschwindenlassen, sexuelle Gewalt, erzwungene Geständnisse und die Verweigerung eines Anwalts gemeldet worden. Sie erinnerten zudem daran, dass Hinrichtungen wegen Drogendelikten vor allem niederrangige Kuriere aus armen und marginalisierten Schichten treffen, und forderten die Umwandlung von Todesurteilen sowie die Überprüfung der Fälle nach den Maßstäben eines fairen Verfahrens.

Nach einer gesonderten Auswertung von Iran International droht mindestens 194 Menschen in politischen und sicherheitsbezogenen Verfahren die Hinrichtung, 113 von ihnen im Zusammenhang mit den Protesten von Dezember und Januar – darunter Hadi Abbasian, ein Demonstrant aus Shirvan, der wegen der Veröffentlichung von Protestvideos zum Tode verurteilt wurde. Die Menschenrechtsaktivisten im Iran forderten die Verantwortlichen der Islamischen Republik zudem auf, als ersten Schritt ein „offizielles, landesweites Moratorium“ für die Vollstreckung aller Todesurteile zu erklären.

Quellen

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