Viviana Krsticevic, Mitglied der Unabhängigen Internationalen Untersuchungsmission der UN zu Iran, sagte vor dem Dritten Ausschuss der UN-Generalversammlung, die Aufzeichnungen der Mission zeigten, dass während des Dey-Aufstands 1404 (Januar 2026) mindestens 221 Kinder von den Repressionskräften der Islamischen Republik getötet wurden. Das jüngste dieser Kinder sei vier Monate alt gewesen.
Krsticevic äußerte sich am Mittwoch, dem 28. Oktober 2026, in einer Sitzung des für Menschenrechte zuständigen Dritten Ausschusses. Sie sagte, die Islamische Republik habe eine Liste mit den Namen von rund 3.000 Menschen veröffentlicht, die während der Proteste ums Leben kamen; es gebe jedoch Gründe für die Annahme, dass die tatsächliche Zahl der Todesopfer weit höher liege.
Hinrichtungen von Demonstranten und Zehntausende Festnahmen
Nach Angaben des Missionsmitglieds wurden seit Anfang 2026 mindestens 34 Männer im Zusammenhang mit den Protesten hingerichtet, und mehr als 100 Menschen, darunter Frauen und Kinder, droht die Hinrichtung. Die Zahl der Festnahmen während und nach dem Dey-Aufstand gehe in die Zehntausende.
Diese Zahlen gehen über den Septemberbericht der Mission hinaus. In dem am 14. September veröffentlichten Bericht hatte die Mission die Hinrichtung von mindestens 29 Männern nach Schnellverfahren dokumentiert, fünf davon öffentlich; damals drohte mehr als 70 Menschen die Hinrichtung. In den vergangenen Wochen haben Revolutionsgerichte Shahab Zohdi und vier weitere Inhaftierte des Dey-Aufstands zum Tode verurteilt, und der Oberste Gerichtshof hat das Todesurteil gegen Mohammad Naderi bestätigt.
Repression als Strategie des Regimes
Krsticevic sagte, die Niederschlagung der Proteste beim Aufstand 2022 und beim Dey-Aufstand 1404 sei mit „schweren und systematischen“ Menschenrechtsverletzungen einhergegangen, und viele dieser Taten könnten Verbrechen gegen die Menschlichkeit darstellen. Die Unterdrückung von Andersdenkenden sei eine bewusste Strategie der Machthaber und nicht das vereinzelte Verhalten einiger Beamter.
Sie sprach von Folter und Misshandlung von Inhaftierten, sexueller Gewalt, willkürlichen Festnahmen und der Verweigerung fairer Verfahren und fügte hinzu, dass viele Familien, auch Familien von Kindern, bis heute nicht wissen, was mit ihren Angehörigen geschehen ist. Internetbeschränkungen seien ein Mittel, um diese Verbrechen zu verschleiern und Aktivisten aufzuspüren.
Die Untersuchungsmission wurde nach dem Aufstand 2022 vom UN-Menschenrechtsrat eingesetzt; im Bahman 1404 (Anfang 2026) erweiterte der Rat ihr Mandat um eine dringende Untersuchung der Niederschlagung des Dey-Aufstands.
Nach Angaben der UN-Untersuchungsmission wurden beim Dey-Aufstand mindestens 221 Kinder getötet, und mehr als 100 Menschen droht die Hinrichtung.

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