Das Revolutionsgericht von Bodschnurd hat Hadi Abbasian, einen 38-jährigen Demonstranten aus Schirwan in der Provinz Nord-Chorasan, wegen „Baghi“ (bewaffnete Rebellion) zum Tode verurteilt. Laut einem am Mittwoch, dem 7. Oktober 2026, veröffentlichten Bericht von Iran International wertete das Gericht seine Aktivität auf Instagram und die Veröffentlichung von Videos über die Proteste als „bewaffneten Aufstand“ gegen die Islamische Republik und verhängte das Todesurteil gestützt auf Artikel 287 des Islamischen Strafgesetzbuchs.
Dem Bericht zufolge wurde ihm das Urteil am 5. Oktober im Gefängnis von Schirwan eröffnet. Auch der Menschenrechtsaktivist Ebrahim Allahbachschi meldete auf X die Eröffnung des Urteils, und VOA Persisch griff die Nachricht auf. Ob das Urteil rechtskräftig ist, wurde nicht bekannt.
Festnahme, Folter und Verweigerung eines Anwalts
Hadi Abbasian wurde am 13. Mai 2026 im Stadtteil Farhangschahr in Schirwan festgenommen. Eine informierte Quelle sagte Iran International, er sei am ersten Tag seiner Festnahme gefoltert und nach einer Verschlechterung seines körperlichen Zustands zunächst in ein Krankenhaus und dann in das Gefängnis von Schirwan gebracht worden.
Nach Angaben derselben Quelle durfte seine Familie ihn seit der Festnahme nicht besuchen, und Justiz- und Sicherheitsbeamte haben ihn daran gehindert, einen Anwalt zu beauftragen; so wurde ihm während des gesamten Verfahrens der Zugang zu einem Anwalt seiner Wahl verwehrt. Vor seiner Festnahme hatte Abbasian in seinen Videos die Menschen aufgerufen, sich den Protesten anzuschließen, und gesagt: „Ich protestiere, und ich nehme kein Wort zurück.“ Er hatte zudem den Vorwurf von Verbindungen zu Israel und die Bezeichnung der Demonstranten als „Terroristen“ zurückgewiesen.

Die Islamische Republik hat die Veröffentlichung eines Protestvideos auf Instagram als „bewaffneten Aufstand“ bezeichnet und dafür ein Todesurteil verhängt.
Neue Welle von Todesurteilen gegen Festgenommene des Januar-Aufstands
Das Urteil gegen Abbasian ergeht zu einer Zeit, in der in diesen Tagen auch die Verurteilung zweier weiterer Festgenommener des Aufstands vom Januar 2026 zum Tode bekannt wurde. Laut der Menschenrechtsnachrichtenagentur HRANA, deren Meldung VOA Persisch am Dienstag, dem 6. Oktober, aufgriff, hat die 26. Kammer des Teheraner Revolutionsgerichts unter Vorsitz von Richter Iman Afschari Mohsen Babaeian, einen im Gefängnis Groß-Teheran inhaftierten politischen Gefangenen, wegen „Moharebeh“ zum Tode verurteilt. Iran International berichtete zudem über ein Todesurteil gegen Borsu Rezaei in Bodschnurd.
In den vergangenen Monaten haben Revolutionsgerichte Todesurteile gegen Dutzende Demonstranten verhängt, die während der Proteste im Januar 2026 festgenommen wurden; einige dieser Urteile wurden vollstreckt. Die in Oslo ansässige Organisation Iran Human Rights gab am 5. Oktober bekannt, dass sie in den ersten neun Monaten des Jahres 2026 mindestens 604 Hinrichtungen in Iran registriert habe. Auch die Menschenrechtsberichte des US-Außenministeriums stellen fest, dass Revolutionsgerichte Angeklagten häufig den Zugang zu einem Anwalt verweigern und sich mitunter auf unter Folter erzwungene Geständnisse stützen.

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