Ahmad Naderi, Abgeordneter des Parlaments der Islamischen Republik, sagte am Sonntag, dem 18. Oktober 2026, nach seiner Lesart des Verhaltens von Mojtaba Chamenei, dem Führer der Islamischen Republik, werde dessen Fatwa zu Atomwaffen von der seines Vaters Ali Chamenei abweichen. Die Äußerungen sind das jüngste Zeichen dafür, dass die Debatte über die Aufgabe der angeblichen Ächtung von Atomwaffen innerhalb der Islamischen Republik lauter geworden ist.
Naderi, der nach eigenen Angaben seit mehr als zehn Jahren für den Besitz der Atombombe eintritt, fügte hinzu, die Forderungen nach "nuklearer Abschreckung" hätten unter den Freitagsimamen und den Vertretern des Führers der Islamischen Republik zugenommen.
Eine Fatwa, die nie veröffentlicht wurde
Jahrelang haben sich Vertreter der Islamischen Republik gegenüber der Welt auf eine Fatwa Ali Chameneis berufen, die den Bau von Atomwaffen angeblich für verboten erklärte. Der offizielle Wortlaut dieser Fatwa wurde nie vollständig veröffentlicht, und internationale Beobachter haben wiederholt gesagt, eine Fatwa könne jederzeit geändert werden und garantiere nicht, dass das Atomprogramm friedlich bleibe. Naderi selbst hatte im November 2024 bereits einen Atombombentest gefordert, und zuvor hatten 70 Abgeordnete in einem Brief verlangt, die Fatwa zu ändern, damit die Bombe zur Abschreckung gebaut und vorgehalten werden könne.
Gleichzeitige Drohungen von Vertretern der Islamischen Republik
Naderis Äußerungen fielen mit Drohungen anderer Vertreter der Islamischen Republik zusammen. Mehrdad Achlaghi, der neue Verteidigungsminister, drohte den US-Streitkräften, und Mohsen Resai, Sekretär des Obersten Rates für nationale Sicherheit, sprach von einem "noch verheerenderen" Einsatzplan für jeden neuen Angriff. Die Teheraner Zeitung Kayhan, eines der staatlichen Medien, forderte zudem einen Angriff auf Israels Atomanlagen, falls die USA den Komplex Kuh-e Kolang bei Natans ins Visier nehmen.
Auf der anderen Seite sagte US-Vizepräsident JD Vance, Washington betrachte den Konflikt ohne eine feste Zusage der Islamischen Republik, ihr Atomprogramm nicht wieder aufzubauen, nicht als beendet. Auch Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat gewarnt, die Islamische Republik wolle Atomsprengköpfe für Interkontinentalraketen.
Dass ein Abgeordneter offen über eine Änderung der Fatwa spricht, stellt die jahrelange Behauptung der Islamischen Republik, ihr Atomprogramm sei friedlich, noch stärker in Frage.
Ein Abgeordneter der Islamischen Republik hat angekündigt, dass sich die Fatwa gegen Atomwaffen unter Mojtaba Chamenei ändern könnte.

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