Die in Oslo ansässige Organisation Iran Human Rights erklärte in ihrem Monatsbericht, die Islamische Republik habe im September 2026 mindestens 70 Menschen hingerichtet. Nach Angaben der Organisation ist die Zahl der vom Jahresbeginn 2026 bis Ende September erfassten Hinrichtungen auf 604 gestiegen.
Laut dem Bericht erfolgten von den 70 Hinrichtungen im September 34 wegen Mordes, 31 wegen Drogendelikten, vier wegen Sicherheitsvorwürfen und eine wegen Vergewaltigung. Unter den Hingerichteten waren vier Frauen, fünf afghanische Staatsangehörige, 11 belutschische, vier kurdische und vier arabische Bürger. In diesem Monat wurden außerdem zwei beim Januar-Aufstand festgenommene Demonstranten und zwei wegen Spionage Verurteilte hingerichtet. Nach Angaben der Organisation wurden nur 10 Fälle, also rund 14 Prozent der erfassten Hinrichtungen, von offiziellen Quellen bekannt gegeben.
33 Demonstranten in neun Monaten
Laut Iran Human Rights befinden sich unter den 604 in den ersten neun Monaten des Jahres erfassten Hinrichtungen 22 Frauen, 25 ausländische Staatsangehörige und 112 Angehörige ethnischer Minderheiten. 33 der Hingerichteten waren Demonstranten: 31 beim Januar-Aufstand und zwei während der Bewegung „Frau, Leben, Freiheit“ Festgenommene. Zudem wurden 13 politische Gefangene, die verbotenen Oppositionsgruppen zugerechnet werden, und 16 der Spionage Beschuldigte hingerichtet.
Die Organisation erklärt, die Islamische Republik setze Hinrichtungen als Instrument der Unterdrückung ein, um in der Gesellschaft Angst zu verbreiten und künftige Proteste zu verhindern.

Hinrichtungen gehen im Oktober weiter
Die Hinrichtungen setzten sich auch in den ersten Oktobertagen fort. Die Justiz der Islamischen Republik richtete am frühen Montagmorgen, dem 5. Oktober, Alireza Sepahi und Alireza Raeisi hin, zwei im Fall „Alikhani-Platz“ in Isfahan festgenommene Demonstranten. Wenige Tage zuvor hatte die Justiz die Hinrichtung von Siavash Jamshidi bekannt gegeben, einem in Schahr-e Kord festgenommenen Demonstranten. Iran Human Rights berichtete zudem von der Hinrichtung von Mostafa Sharifi, einem wegen Drogendelikten verurteilten kurdischen Gefangenen, im Zentralgefängnis von Urmia.
In den ersten neun Monaten 2026 hat die Islamische Republik mindestens 604 Menschen hingerichtet, darunter 33 Demonstranten.

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