Neue Informationen zur Niederschlagung des Dey-Aufstands vom Januar 2026 in der Provinz Semnan zeigen, dass die Streitkräfte der Islamischen Republik in der Nacht des 8. Januar Scharfschützen und schwere Waffen auf den Dächern des Gebäudes des Staatsrundfunks in Semnan, des Büros des Freitagspredigers der Provinz und des Studentinnenwohnheims „Maryam“ postierten und dass von diesen Stellungen aus mit scharfer Munition auf Demonstranten geschossen wurde. Iran International veröffentlichte diese Details in seiner neuen Untersuchung zum Dey-Aufstand, gestützt auf Berichte von Augenzeugen, Teilnehmern der Proteste und Videos.
Diesen Berichten zufolge war auf dem Gebäude des Staatsrundfunks in Semnan zudem ein Maschinengewehr montiert, und die Einsatzkräfte zielten direkt auf Kopf und Augen der Demonstranten. Einen Tag später, am 9. Januar, stürmten Sicherheitskräfte das Studentenwohnheim Kowsar in Semnan, schlugen Studierende mit Schlagstöcken, setzten Tränengas ein und nahmen einige von ihnen fest.
Krankenhäuser: von der Behandlung zur Identifizierung von Demonstranten
Zeugen zufolge waren vom 8. bis 12. Januar Sicherheitskräfte im Kowsar-Krankenhaus in Semnan und in anderen medizinischen Einrichtungen präsent. Mitarbeiter mit Verbindungen zu Sicherheitsorganen erfassten die Daten von Verletzten, die mit Schrot- oder Schusswunden eintrafen, und gaben sie an die Sicherheitsbehörden weiter. Nach Angaben dieser Zeugen wurden einige Verletzte bei der Ankunft im Krankenhaus oder vor Abschluss ihrer Behandlung festgenommen, und in manchen Fällen wurden lebenswichtige Operationen an verletzten Demonstranten verhindert.
Schahrud und die Basidsch-Stützpunkte
In Schahrud schossen nach Angaben von Zeugen Einsatzkräfte auf Motorrädern mit Kriegswaffen auf Menschen auf der Straße. Festgenommenen, die in Basidsch-Stützpunkte gebracht wurden, schoss man aus etwa einem Meter Entfernung mit Schrot in die Beine; die Verletzungen führten zu Sehnenrissen. Die Festgenommenen wurden mit Säcken über dem Kopf in Haftzentren des Geheimdienstes der Revolutionsgarde (IRGC) gebracht und berichteten von schwerer Folter sowie ethnischer und geschlechtsbezogener Erniedrigung. Überwachungsdrohnen, gepanzerte Fahrzeuge und umfassende Internetsperren waren weitere Werkzeuge dieser Niederschlagung.
Die Dey-Proteste in der Provinz Semnan erfassten die Städte Semnan, Schahrud, Garmsar und Damghan. Die Zahl der Getöteten und Festgenommenen in der Provinz ist noch nicht vollständig erfasst.
Die Bilanz der Niederschlagung des Dey-Aufstands
Der Bericht aus Semnan ist Teil eines Bildes, das sich Monate nach dem Dey-Aufstand weiter vervollständigt: Peyman Ghadiri, ein Demonstrant aus Gartschak, starb nach neun Monaten im Koma, und Amnesty International hat gewarnt, dass mindestens 20 Demonstranten des Dey-Aufstands unmittelbar von der Hinrichtung bedroht sind.
In Semnan wurden die Dächer des Büros des Freitagspredigers und eines Frauenwohnheims zu Scharfschützenstellungen gegen Demonstranten.

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