Gerichte der Islamischen Republik haben zwei im Dolatabad-Gefängnis in Isfahan inhaftierte Frauen zu langen Haftstrafen verurteilt. Wie Voice of America unter Berufung auf die Iranische Menschenrechtsgesellschaft berichtet, wurde die Psychotherapeutin Shohreh Mohammadi zu 12 Jahren Haft verurteilt, und Farzaneh Kamkar, eine Lehrerin mit mehr als 26 Jahren Berufserfahrung, zu zwei Jahren Haft und zwei Jahren Dienstenthebung. Die Nachricht wurde am Sonntag, dem 4. Oktober 2026, veröffentlicht.
Nach Angaben der Iranischen Menschenrechtsgesellschaft wurde Shohreh Mohammadi im März/April dieses Jahres festgenommen; ihr werden „Zusammenarbeit mit feindlichen Staaten“ und Handlungen gegen die nationale Sicherheit vorgeworfen. Grundlage dieser Vorwürfe waren dem Bericht zufolge einige Instagram-Storys. IranWire berichtete, ihr ursprüngliches Urteil habe auf 15 Jahre gelautet und sei später auf 12 Jahre reduziert worden. Laut IranWire wusste ihre Familie bis etwa 20 Tage nach der Festnahme nicht, wo sie festgehalten wurde; Besuche und eine angemessene medizinische Behandlung werden ihr verweigert.
Drei Masken für Demonstranten
Farzaneh Kamkar, Lehrerin für Literatur, wurde im Mai/Juni 2026 festgenommen. Laut der Iranischen Menschenrechtsgesellschaft wird ihr vorgeworfen, bei den Kundgebungen am Donnerstag, dem 25. Dezember 2025, drei Masken zum Schutz vor Tränengas an Demonstranten übergeben zu haben. IranWire berichtete, sie sei Mutter von drei Kindern, und ihr Gehalt sowie ihre Versicherung seien auf Anordnung der Justizbehörden gestrichen worden.

Zwei Jahre Haft für eine Lehrerin, die nach Angaben von Menschenrechtsquellen lediglich drei Masken an Demonstranten weitergegeben hatte.
Junger Mann mit Behinderung in Dehdascht festgenommen
Gleichzeitig berichteten Menschenrechtsquellen laut Voice of America, dass Reza Mostafaei, ein 26-Jähriger mit Körper- und Gehbehinderung, am Samstag, dem 3. Oktober, in Dehdascht in der Provinz Kohgiluyeh und Boyer-Ahmad festgenommen wurde. Nach Angaben dieser Quellen wurde er ins Gefängnis gebracht, weil er die Kaution von 8 Milliarden Toman nicht aufbringen konnte. Ihm werden das Anbringen von Parolen und die Unterstützung der Familien der Getöteten des Dezember-Januar-Aufstands vorgeworfen.
Diese Urteile sind Teil einer neuen Welle juristischer Repression gegen Teilnehmer und Unterstützer des Dezember-Januar-Aufstands. Am Sonntag war zudem die Verurteilung von Marzieh Moradveisi, einer entlassenen Lehrerin, und Sohrab Bahrami, einem zivilgesellschaftlichen Aktivisten, durch das Revolutionsgericht in Sanandadsch bekannt geworden.

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