Sonntag, 18. Oktober 2026
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Auspeitschung von Petropars-Arbeitern in Hoveyzeh: Räte der Ölarbeiter rufen zu breiten Protesten auf

Zwei Räte, die Proteste von Ölarbeitern organisieren, riefen nach der Auspeitschung von mehr als 10 Petropars-Arbeitern in Hoveyzeh zu landesweiten Protesten und Streiks auf.

Auspeitschung von Petropars-Arbeitern in Hoveyzeh: Räte der Ölarbeiter rufen zu breiten Protesten auf
Archivfoto; Foto: Ehsan Iran, Lizenz CC BY-SA 2.0, Wikimedia Commons

Zwei Räte, die die Proteste der Ölarbeiter organisieren, haben am Sonntag, dem 11. Oktober 2026, in einer gemeinsamen Erklärung die Vollstreckung der Prügelstrafe an mehr als 10 protestierenden Petropars-Arbeitern in Hoveyzeh in der Provinz Chuzestan als „schamlose Dreistigkeit“ bezeichnet und angekündigt, darauf mit breiten Protesten zu antworten. Wie Iran International berichtet, riefen der „Organisationsrat der Proteste der Vertragsarbeiter im Ölsektor“ und der „Organisationsrat der Proteste der informellen Ölarbeiter“ die Ölarbeiter, andere Arbeiterorganisationen und die Bevölkerung dazu auf, sich zusammenzuschließen und die Machthaber zu einer Entschuldigung und zur Wiedereinstellung der entlassenen Arbeiter zu zwingen.

In der Erklärung heißt es, die einzige Antwort auf Peitsche, Gefängnis und Hinrichtung seien Einheit, Organisation sowie landesweite Proteste und Streiks. Die beiden Räte forderten, die Verantwortlichen für die Auspeitschung vor Gericht zu stellen, erklärten, die Auspeitschung der protestierenden Arbeiter sei eine Auspeitschung aller Ölarbeiter und des gesamten iranischen Volkes, und warnten, ihre Geduld sei am Ende.

Die Arbeiterräte über das Gericht in Hoveyzeh und die Petropars-Leitung

Die Räte der Ölarbeiter warfen der Petropars-Leitung vor, nach einer Versammlung der Arbeiter auf dem Firmengelände Anzeige wegen „Behinderung des Verkehrs und Sachbeschädigung“ gegen sie erstattet zu haben; danach habe die Polizei die Arbeiter unter Schlägen festgenommen. Die Erklärung bezeichnete das Strafgericht Nr. 2 in Hoveyzeh als Schauprozessgericht und sein Urteil als mittelalterlich. Nach Angaben der beiden Räte hat die durch die kriegstreiberische Politik der Islamischen Republik verursachte Rezession zahlreiche Projektarbeiter arbeitslos gemacht, und die Prügelstrafe sei verhängt worden, um eben diese Arbeitslosen einzuschüchtern.

Die Räte der Ölarbeiter sagen, die Antwort auf Peitsche und Hinrichtung seien landesweiter Protest und Streik.

Hintergrund des Falls der Petropars-Arbeiter in Hoveyzeh

Die Petropars-Arbeiter in Hoveyzeh, überwiegend arabische Facharbeiter aus Chuzestan, die laut HRANA einen Bachelor- oder Masterabschluss haben, arbeiteten jahrelang an Projekten im Ölfeld Süd-Azadegan. Nach Abschluss der Projekte wurden ihre Verträge nicht verlängert, und nach eigenen Angaben wurden sie durch Arbeitskräfte aus Gilan und Fars ersetzt. Aus Protest gegen ihre Entlassung hatten sich die Arbeiter vor dem Gouverneursamt der Provinz Chuzestan in Ahvaz und vor der Präfektur von Hoveyzeh versammelt.

Laut HRANA verurteilte die Kammer 101 des Gerichts in Hoveyzeh am 4. Juli 2026 jeden der Arbeiter zu 74 Peitschenhieben und einer Geldstrafe von 20 Millionen Toman. Karun Human Rights meldete am 9. Oktober, dass die Prügelstrafe vollstreckt worden sei, und HRANA berichtete, dass auch die Geldstrafen bezahlt worden seien. Nach Angaben von HRANA versammeln sich die Arbeiter weiterhin jede Woche vor dem Unternehmen Petropars.

Die Auspeitschung von Arbeitern hat Vorläufer: Bereits zuvor waren 17 Arbeiter der Goldmine Aghdareh ausgepeitscht worden, und es wurden Berichte über vollstreckte Prügelstrafen gegen Festgenommene des Dey-Aufstands veröffentlicht. Zugleich erklärte der Staatsanwalt von Isfahan, die Vollstreckung von Urteilen gegen Protestierende werde fortgesetzt; am selben Tag wurde Amirsalar Davoudi, Anwalt politischer Gefangener, im Revolutionsgericht von Isfahan festgenommen.

Quellen

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