Dienstag, 20. Oktober 2026
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Ölminister der Islamischen Republik Paknejad tritt zurück – vor dem Hintergrund der Affäre um Ölhandelsvermittler und gestoppter Exporte

Die Regierung Pezeshkian nannte „persönliche“ Gründe für den Rücktritt von Ölminister Mohsen Paknejad, doch sein Abgang fällt in eine Zeit, in der die Ölexporte unter der US-Seeblockade stillstehen und der Druck auf das Netzwerk der Ölhandelsvermittler wächst. Hamid Bord wurde zum kommissarischen Ölminister ernannt.

Ölminister der Islamischen Republik Paknejad tritt zurück – vor dem Hintergrund der Affäre um Ölhandelsvermittler und gestoppter Exporte
Archivbild; Foto: GTVM92, Lizenz CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons

Die Regierung der Islamischen Republik hat den Rücktritt von Ölminister Mohsen Paknejad mit „persönlichen Gründen“ erklärt. Laut Iran International sagte Mehdi Tabatabaei, stellvertretender Leiter für Kommunikation und Information im Büro des Präsidenten, Paknejad habe schon vor langer Zeit seinen Rücktritt eingereicht, und Masoud Pezeshkian habe diesen schließlich auf dessen eigenes Drängen angenommen.

Pezeshkian nahm den Rücktritt Paknejads am Abend des Sonntags, 4. Oktober 2026, an und ernannte Hamid Bord, den Geschäftsführer der Nationalen Iranischen Ölgesellschaft, zum kommissarischen Ölminister. Paknejad war seit August 2024 Ölminister.

Die Affäre um Vermittler und „Treuhänder“ des Ölverkaufs

Der Rücktritt fällt mit wachsender Aufmerksamkeit für das Netzwerk von Vermittlern zusammen, auf das sich die Islamische Republik stützt, um Sanktionen zu umgehen und Öl zu verkaufen. Iran International hatte am 8. September unter Berufung auf zwei vertrauliche Dokumente des Ölministeriums und des Obersten Nationalen Sicherheitsrats berichtet, große Öllieferungen seien auf Kredit und mit hohen Rabatten an vier verschuldete „Treuhänder“ übergeben worden. In dem Bericht wurde Mohammad Javad Bavand, Paknejads Sonderassistent für die Aufsicht über den Ölhandel, als zentrale Figur bei der Steuerung des neuen Vermittlernetzwerks genannt.

Laut Rigzone hatte Justizchef Gholamhossein Mohseni-Ejei bereits zuvor Treuhänder kritisiert, denen vorgeworfen wird, Einnahmen aus Ölverkäufen nicht ins Land zurückgeführt zu haben. Regierungsvertreter haben keinen Zusammenhang zwischen dieser Affäre und dem Rücktritt des Ölministers erklärt.

Die Zentrale der Nationalen Iranischen Ölgesellschaft in Teheran. Archivbild; Foto: GTVM92, Lizenz CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons
Die Zentrale der Nationalen Iranischen Ölgesellschaft in Teheran. Archivbild; Foto: GTVM92, Lizenz CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons

Gestoppte Exporte und eine Wirtschaft unter Druck

Laut Rigzone hat die US-Seeblockade im Persischen Golf die Ölexporte der Islamischen Republik, ihre wichtigste Devisenquelle, zum Erliegen gebracht und Teheran zu Förderkürzungen gezwungen; zugleich hat sich der Mangel an Benzin und Erdgas durch den Krieg verschärft. Vor seinem Rücktritt hatte Paknejad gesagt, die Einnahmen aus bereits verkauftem Öl würden noch eingezogen. US-Finanzminister Scott Bessent hatte dagegen behauptet, in der ersten Oktoberwoche werde keine einzige iranische Öllieferung auf See sein.

Auch der Guardian berichtete über den Rücktritt vor dem Hintergrund stark gesunkener Öleinnahmen, galoppierender Inflation und einer schrumpfenden iranischen Wirtschaft. Ein anderer offizieller Grund für den Abgang des Ölministers wurde nicht genannt.

Die Regierung bezeichnete den Rücktritt des Ölministers als persönlich, doch er erfolgte auf dem Höhepunkt des Exportstopps und der Affäre um die Ölhandelsvermittler.

Quellen

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