Homayoun Falakshahi, Leiter der Rohölanalyse beim Energiedatenunternehmen Kpler, sagte Iran International am Samstag, dem 10. Oktober 2026, wenn die amerikanische Seeblockade bestehen bleibe, sinken die Einnahmen der Islamischen Republik aus dem Export von Rohöl und Gaskondensat bis Mitte Dezember auf null. Seinen Worten zufolge sei dies das erste Mal in der Geschichte der iranischen Ölindustrie, dass so etwas geschehe.
Nach Schätzung von Kpler verliert die Islamische Republik bei anhaltender Lage monatlich zwischen 3 und 6 Milliarden Dollar an Öleinnahmen, der größten Devisenquelle des Landes.
Irans Ölexporte: Die letzten Ladungen auf See
Laut Kpler-Daten befinden sich derzeit rund 8 Millionen Barrel iranisches Rohöl außerhalb der Blockadezone auf See; Mitte Juli waren es noch fast 90 Millionen Barrel. Diese Ladungen dürften bis etwa zum 18. Oktober gelöscht sein. Da chinesische Raffinerien Ladungen in der Regel ein bis zwei Monate später bezahlen, dürfte die Islamische Republik ihre letzten Öleinnahmen bis Mitte Dezember erhalten.
Falakshahi sagte, der Iran habe im September keine einzige Ladung Rohöl oder Gaskondensat verladen; es sei der erste volle Monat ohne Verladungen seit 1978/79. Die letzte verzeichnete Verladung liege etwa am 26. und 27. August. Laut Shafaq News hatten auch die Tankerverfolgungsdaten von Bloomberg und Vortexa bestätigt, dass im September null Verladungen stattfanden, während es im August rund 250.000 Barrel pro Tag gewesen waren. Selbst während der Corona-Pandemie sanken die iranischen Exporte auf etwa 300.000 Barrel pro Tag, hörten aber nie auf.
Zum ersten Mal in der Geschichte könnten die Einnahmen der Islamischen Republik aus dem Export von Rohöl und Gaskondensat auf null sinken.
Wege, die Seeblockade zu umgehen
Laut dem Kpler-Analysten hat die amerikanische Seeblockade es im Gegensatz zu früheren Sanktionen physisch unmöglich gemacht, dass Tanker iranische Gewässer verlassen, und die alten Methoden zur Umgehung von Sanktionen wirkungslos gemacht. Er bezeichnete die Alternativen als begrenzt: Der Transport von 50.000 bis 70.000 Barrel pro Tag per Lkw über den Irak würde Tausende Lkw-Fahrten erfordern, und das Befüllen eines großen Tankers dauere etwa 20 Tage, während zuvor täglich ein großer Tanker beladen worden sei. Seiner Einschätzung nach wird der Irak wegen der Sanktionsgefahr wahrscheinlich nicht mitspielen. Die Bahnstrecke nach China reiche bis Teheran und liege weit von den wichtigsten Ölregionen entfernt, und Turkmenistan habe dem Vernehmen nach den Bahntransit eingeschränkt.
Donald Trump hatte am 8. Oktober erklärt, dass die Seeblockade der Islamischen Republik fortgesetzt wird, und das US-Finanzministerium belegte 17 Tanker der Schattenflotte der Islamischen Republik mit Sanktionen. Zugleich treiben 19 iranische Tanker in der Nähe von Sri Lanka umher. Laut Falakshahi hängen auch der Wertverfall des Rial und der drastische Rückgang der Mais- und Weizenimporte mit dem erwarteten Einbruch der Öleinnahmen zusammen.


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