Sonntag, 18. Oktober 2026
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Irans Wirtschaft ist im Frühjahr 2026 um mehr als 12 Prozent geschrumpft; negatives Wachstum setzte sich im Monat Tir fort

Die Zentralbank der Islamischen Republik teilte mit, die iranische Wirtschaft sei im Frühjahr 2026 um rund 12,1 Prozent geschrumpft, das Wirtschaftswachstum im Monat Tir (Ende Juni bis Juli) habe bei minus 5,6 Prozent gelegen.

Irans Wirtschaft ist im Frühjahr 2026 um mehr als 12 Prozent geschrumpft; negatives Wachstum setzte sich im Monat Tir fort
Archivbild; Foto: Parsa 2au, Lizenz CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons

Die Zentralbank der Islamischen Republik hat in ihrem jüngsten Bericht mitgeteilt, dass die iranische Wirtschaft im Frühjahr 2026 gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres um 12,1 Prozent geschrumpft ist. Laut demselben Bericht lag das Wirtschaftswachstum des Iran im Monat Tir (22. Juni bis 22. Juli) im Vergleich zum selben Monat des Vorjahres bei minus 5,6 Prozent. Die Zahlen wurden am Samstag, dem 10. Oktober 2026, von unabhängigen persischsprachigen Medien außerhalb des Landes veröffentlicht, darunter Voice of America und IranWire.

Laut Voice of America liegt die Zahl der Zentralbank über der Schätzung des Statistikzentrums, das den Rückgang im Frühjahr zuvor mit 10,1 Prozent angegeben hatte. Selbst die Statistiken der offiziellen Stellen der Islamischen Republik deuten damit auf einen der schärfsten Wirtschaftseinbrüche im Iran der vergangenen Jahre hin.

Rückgang bei Ölproduktion, Industrie und Dienstleistungen

Nach Angaben der Zentralbank sank die Wertschöpfung im Monat Tir in Industrie und Bergbau um 12,2 Prozent, im Ölsektor um 10 Prozent und bei den Dienstleistungen um 4,2 Prozent. Die Landwirtschaft war der einzige große Wirtschaftszweig mit Wachstum (6 Prozent), doch dieses konnte den Rückgang der Gesamtproduktion nicht ausgleichen. Laut Voice of America ist der im Vergleich zum Frühjahr geringere Rückgang im Monat Tir vor allem auf eine relative Erholung in Industrie und Bergbau zurückzuführen.

Nach Schätzungen der OPEC lag die iranische Ölproduktion im Monat Tir bei etwa 2,45 Millionen Barrel pro Tag und fiel nach der Wiederaufnahme der US-Seeblockade auf rund 2 Millionen Barrel pro Tag; das sind 18 Prozent weniger als im Frühjahr und 35 Prozent weniger als vor dem Krieg.

Eine 500-Rial-Banknote der Islamischen Republik. Archivbild; Foto: Parsa 2au, Lizenz CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons
Eine 500-Rial-Banknote der Islamischen Republik. Archivbild; Foto: Parsa 2au, Lizenz CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons

Die Zentralbank der Islamischen Republik sagt, Irans Wirtschaft sei im Frühjahr 2026 um mehr als 12 Prozent geschrumpft.

Die Seeblockade und die Aussichten für die kommenden Monate

Die USA setzten die erste Runde der Seeblockade gegen den Iran am 18. Juni nach einer Waffenstillstandsvereinbarung aus, und laut Voice of America trug diese Pause dazu bei, den wirtschaftlichen Abschwung im Monat Tir zu verlangsamen. Doch am 14. Juli, nachdem die Revolutionsgarde (IRGC) ihre Angriffe auf Schiffe wieder aufgenommen und den Waffenstillstand verletzt hatte, verhängte Washington die Blockade erneut.

Voice of America geht davon aus, dass sich der Rückgang der Wirtschaft ab dem Monat Mordad (ab Ende Juli) wieder verschärft hat. Der Strom- und Gasmangel mit dem nahenden Winter, der bereits zu Stromabschaltungen für die Industrie und Stromimporten aus der Türkei und Turkmenistan geführt hat, sowie die „Totale Isolation“-Kampagne des US-Finanzministeriums und die Sanktionen gegen Tanker der Schattenflotte erhöhen den Druck auf den Nichtölhandel, den Konsum der Haushalte und den Dienstleistungssektor weiter. Auch der Devisenmangel und der rasche Wertverfall des Rial haben das Alltagsleben der Bürger zusätzlich erschwert.

Quellen

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